Half Rack oder Power Rack?

Ein Power Rack für zu Hause gehört definitiv zu den größeren Anschaffungen. Da lohnt es sich, vorher mal 5 Minuten in die entscheidenden Kriterien für den Kauf zu investieren. Erfüllt ein günstiges Half Rack für dich vielleicht den selben Zweck?

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Was muss ein Power Rack / Half Rack können?

Die Anforderungen an ein Power Rack sind je nach Nutzergruppe verschieden. Entsprechend wird die Gewichtung der folgenden Punkte auch vom Anforderungsprofil bestimmt. Zum Beispiel muss ich mir über den Umfang und Gewicht des Gerätes in meiner Etagenwohnung mehr Gedanken machen als in meiner ausladenden Garage. 

Wie immer ist es auch beim Kauf eines Power Racks sinnvoll, im Vorfeld zu wissen, welche Eigenschaften des Gerätes nicht verhandelbar sind und welche nur “nice to have”. Darüber hinaus sollte man sich frühzeitig über das finanzielle Limit klar werden. 

Die Gründe für die Entscheidung Half Rack oder Power Rack haben nicht unbedingt mit Qualität zu tun. 

Half Rack vs Power Rack

Ein Power Rack oder Half Rack für zu Hause wird dann angeschafft, wenn hohe Gewichte mit einem hohen Maß an Sicherheit bewegt werden müssen. Das ist etwa dann der Fall, wenn schweres Bankdrücken, Rack-Pulls oder Kniebeugen ohne Partner ausgeführt werden. 

Beide Rack-Varianten bieten die Möglichkeit, hohe Gewichte auf der Langhantel sicher aufzunehmen, abzulegen und im Notfall auf den Safety Bars abzusetzen. 

Definitiv ist ein stabiles Half Rack oder Power Rack in Funktionalität und Haltbarkeit jeder “Multi-Fitnessstation” vorzuziehen. 

Gründe für und gegen ein Power Rack zu Hause

Ein Power Rack umschließt den Trainierenden, es handelt sich also um ein Full Rack, um in der professionellen Terminologie zu bleiben. Daraus erwachsen verschiedene Vorteile.

Zum einen sind Power Racks, der Name verrät es bereits, sehr hoch belastbar. Selbst Gewichte jenseits der 300 kg sind für die Ablage meist kein Problem. Zudem können auch hohe Gewichte, etwa bei den Squats, mal “dynamisch abgelegt” werden, ohne dass der Parkettboden hinüber ist. Die allseits vorhandenen Safety Bars fangen das Gewicht sicher auf. 

Da Masse in Bewegung nochmal ganz anderen Anforderungen an das Material stellt, ist eine möglichst hohe maximale Belastbarkeit des Power Racks wünschenswert. 

Das hohe Maß an Sicherheit spiegelt sich in dem nicht unerheblichen Platzbedarf und Eigengewicht. Wir kommen gleich noch dazu, warum das zum entscheidenden Problem werden kann. Bis hierhin ist festzuhalten, dass das Eigengewicht des Power Rack für zu Hause durchaus ein Qualitätsmerkmal sein kann, da es für mehr Stabilität sorgt, aber eben auch ein Ausschlusskriterium.

Ein gutes Power Rack für zu Hause sollte mindestens folgende Merkmale aufweisen:

  • großen Innenmaß für bequemes Bankdrücken
  • verstellbare Ablage für Rack-Pulls, Military Press, etc.
  • hohe Belastbarkeit für sichere Squats

Power Racks mit gewissen Extras

Darüber hinaus gibt es ein paar Extras, von denen einige mehr Sinn machen als andere. 

Wenn man schon ein Power Rack kauft, dann ist die Klimmzugstange ein absolut lohnenswerter Zusatz. Pull-ups sind eine strategisch sinnvolle Ergänzung zu den zuvor genannten Übungen für Beine, Brust und obere Rücken. 

Damit lässt sich auf lange Sicht ein erfolgreiches Kraft- und Muskelaufbautraining für alle entscheidenden Muskeln aufziehen, etwa so:

KlimmzügeLatissimus, Bizeps
BankdrückenBrust, Trizeps
SquatsOberschenkel, Po
Rumänisches KreuzhebenBeinbeuger, Rücken (LWS)
Rack PullNacken (Trapez), hintere Schulter
Military PressVordere, seitliche Schulter

Die Klimmzugstange gibt es oftmals mit verschiedenen Griffpositionen (was nicht zwingend notwendig ist), immer sollte sie aber das eigene Gewicht und bei Bedarf ein wenig Zusatzgewicht für schwere Klimmzüge tragen können. 

Darüber hinaus kann an einigen Geräten auch eine Dip-Stange arretiert werden, wodurch das Training für Brust und Trizeps noch weiter ausgebaut werden kann. 

Zusätzliche Ablagen oder J-Hooks vor dem Power Rack machen hingegen nur dann wirklich Sinn, wenn man auch eine zweite Hantelstange besitzt. Zielführender ist da die Aufnahme für Hantelscheiben, die an einigen Geräten verbaut ist. Zumindest dann, wenn man viele Hantelscheiben mit 50 mm Bohrung besitzt, denn diese Aufnahme ist fast immer verbaut.

Greift man in der Preiskategorie ein wenig höher, bekommt man das Power Rack mit Latzug, allerlei anderen Kabelzügen und sogar einer Smith Machine. 

Will man vielfältig und abwechslungsreich zu Hause trainieren, sind diese Extras, gute Qualität vorausgesetzt, durchaus geeignet, das komplette Fitnessstudio zu ersetzen. Zwingend notwendig für ein gelungenes Aufbautraining sind sie aber nach meiner Erfahrung nicht. 

Das Half Rack als finanziell attraktive Hybridlösung

Ein Half-Rack ähnelt mehr einem offenen Rahmen, aus dem das Gewicht für Übungen wie Squats und Rack-Pulls ausgehoben und wieder abgelegt werden kann. 

Im Gegensatz zum gewöhnlichen Kniebeugenständer sind auch Safety Bars vorhanden, die aber zumeist geringer belastbar sind, weil sie eben nur an einer Seite arretiert werden. 

Half Racks haben aus offensichtlichen Gründen weniger Erweiterungsmöglichkeiten, eine Klimmzugstange ist aber auch hier oft vorhanden. 

Vergleich Half Rack / Kniebeugenständer

Neben dem deutlich geringeren Preis bieten Half-Racks den Vorteil, dass sie vergleichsweise platzsparend sind. Auch das Gewicht ist hier natürlich deutlich geringer. 

Damit wird das Half-Rack zu einer echten Option für Mietwohnungen, was sich beim Full Rack schon etwas schwieriger gestaltet. 

Power Rack Maße beachten!

Für die Stellfläche des Power Rack / Full Rack sollten mindestens 2,5 Meter in der Breite und 2 Meter in der Länge zur Verfügung stehen und das natürlich dauerhaft – mal eben wegräumen funktioniert nicht. 

Viele Racks sind schmaler, aber die Hantelstange darf nicht vergessen werden! Zumeist werden hierfür Olympiahanteln verwendet, die bis zu 220 cm Länge aufweisen, also sind 2,5 Meter in der Breite eine Mindestanforderung. 

Auch die Deckenhöhe sollte idealerweise 2,5 Meter betragen, vor allem, wenn man die Klimmzugstange adäquat nutzen will. Es gibt unterschiedlich hohe Modelle von Power Racks, aber 30 Zentimeter Luft nach oben sollten es schon sein. 

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: 

Wer sich in seiner Altbauwohnung nicht zeitnah auf dem Mittagstisch des unteren Nachbarn wiederfinden will, sollte vor allem auch auf das Gewicht des Power Rack achten. Etagenwohnungen sind in der Regel pro Quadratmeter mit 150 bis 200 kg belastbar – genaue Daten sind vom Statiker zu erfragen. 

Das Full Rack kann aber, je nach Aufbau, alleine schon zwischen 100 und 200 Kilogramm wiegen. Dazu kommen Hantelstange, Gewichte, eventuell Hantelbank und natürlich der eigene Körper. 

Schnell hat man eine halbe Tonne auf dem Boden und dass könnte bestenfalls ärgerlich und schlimmstenfalls brandgefährlich sein – bitte vorher prüfen, ob der Boden die Last trägt!

Keller, nicht unterkellertes Erdgeschoß und Garagen sind zumeist für den Aufbau eines Power Racks geeignet. 

Was muss man für Half Rack oder Power Rack investieren?

Professionelle Ausführungen des Power Rack von Herstellern, die man in Fitnessstudios findet, kosten jenseits der 5000,- €.

Power Rack oder Half Rack

So viel muss man für das Training zu Hause nicht hinblättern, aber es sollte klar sein: Sicherheit gehört zu den Faktoren, die nicht verhandelbar sind!

Deswegen gibt es von mir auch in diesem Artikel keine Empfehlungen für Billigprodukte aus China. Mag sein, dass auch namhafte europäische Hersteller im Ausland fertigen lassen, aber diese halten im Zweifelsfall wenigstens mit ihrem Namen hin (und achten auf entsprechende Zertifikate). 

Gute Power Racks, auf die man als Besitzer stolz sein kann, findet man in dem Bereich zwischen 500 € und 2500 €, je nach Ausführungsvariante und Hersteller.

Zusätzliche Kosten fürs Power Rack

Bei der Budgetierung sollte bedacht werden, dass ein Power Rack alleine natürlich wenig bringt. 

Zumindest muss eine brauchbare Langhantel her, die mit dem Trainingsfortschritt mithalten kann, dazu entsprechende Gewichte. Eine stabile Hantelbank rundet das Ganze ab und macht aus dem Power Cage ein fast vollwertiges Fitnessstudio

Die schlechte Nachricht: zu den oben beschriebenen Kosten könnten noch einmal 400 € bis 800 € dazukommen. 

Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Gerätepflege werden in der nächsten Dekade und wahrscheinlich weit darüber hinaus kaum zusätzliche Anschaffungen fällig. Auf die Zeit gesehen also auch in dieser Höhe eine absolut lohnende Investition, die man bei Bedarf noch an seine Kinder weitergeben kann. 

Unter der Rubrik Sportausrüstung für zu Hause gibt es auf dieser Seite auch dazu hilfreiche Hinweise.

Half Rack oder Power Rack für zu Hause? – Kleine Entscheidungshilfe

Woran würde ich die Entscheidung Half Rack oder Power Rack festmachen? An diesen drei Punkten: 

  • Sicherer, ausreichend großer Stellplatz 
  • Stellplatz steht auf absehbare Zeit zur Verfügung 
  • Sport wird auf absehbare Zeit weiter betrieben

Letzteres ist dann absehbar, wenn der Sport bereits ein Jahr oder länger betrieben wird. Ich würde mir als Einsteiger nicht nach vier Monaten ein Rack zulegen. 

Stehen all diese Punkte auf grün, scheint mir die Anschaffung eines Power Rack sinnvoll. Wer bei den genannten Punkten Abstriche machen muss, kann mit einem Half Rack genauso effektiv und mit geringen Abstrichen an Sicherheit und Funktionalität trainieren. 

Ich würde generell die Finger von jedem Rack lassen, bei dem keine Maximalbelastung angegeben ist! Ganz gleich, was das Gerät für Bewertungen auf Amazon hat.

Die eigentlich entscheidende Frage ist: traue ich mir das Training mit schwerem Gewicht im Half Rack zu? Falls das nicht der Fall ist, könnte das Training auf lange Sicht durch das fehlende Full Rack limitiert werden. Einfach, weil man bei schwerem Training mit dem Kopf nicht bei der Sache, sondern bei der Frage der Sicherheit ist. 

In diesem Fall ist ein Half Rack eine denkbar schlechte Investititon. 

Power Rack Kauftipps 

Ein gutes, günstiges Power Rack ohne Schnickschnack gibt es von Fitness Reality. Das Unternehmen stellt ebenso stabile Bänke her und hat sich bei Fitnesssportlern einen Namen als zuverlässiger Partner gemacht. 

Fitness Reality 810XLT

  • 363 kg Maximalbelastung
  • 5×5 cm Stahlrahmenkonstruktioin
  • 19 Stufen höhenverstellbar
  • 128.27 x 118.11 x 212.09 cm
  • 67,13 kg Eigengewicht

Wer gleich Nägel mit Köpfen machen und langfristig in den Aufbau eines eigenen Garage Gym investieren will, der bekommt von Body Solid ein Power Rack mit Latzug, der natürlich auch für andere Zugübungen verwendet werden kann und einer Dip Stange. 
Tolles Gerät mit einer maximalen Belastbarkeit von 400 kg.

Body-Solid GPR-378

  • 400 kg Maximalbelastung
  • 7,5×7,5 cm Stahlrahmenkonstruktion
  • 20 Stufen höhenverstellbar
  • 135 x 118 x 202cm
  • 88 kg Eigengewicht

Wer viel Platz zur Verfügung hat, aber nicht unbedingt den ganzen Monatslohn verbraten will, für den kommen vielleicht auch Gebrauchtgeräte in Frage. 


Diese weisen meist nur geringe Gebrauchsspuren auf und man kann oft ein richtiges Schnäppchen machen. Mit diesem Gerät von Capital Sports zum Beispiel, das keine Wünsche mehr offen lässt.

Capital Sports Amazor P Kraftstation

  • 500 kg Maximalbelastung
  • Klimmzuggriffe: max. 150 kg
  • 15 Stufen höhenverstellbar
  • 190 x 225 x 172 cm
  • 145 kg Eigengewicht

Half Rack Empfehlungen

Für begrenzten Raum ist dieser Half Cage von Fuel Fitness eine gute Wahl. J-Hooks und Safety Bars sind stabil, das Gerät ist bis immerhin 272 kg belastbar. Das sollte für den Anfang ausreichen. 

Noch dazu, und das sollten gerade ambitionierte Sportler nicht unterschätzen, gibt es ausreichend Aufnahmen für Hantelscheiben, die jetzt vielleicht noch wild im Raum verteilt sind. So etwas schafft auf Dauer keine angenehme Trainingsatmosphäre. 

Die Aufnahme für die Lagerung der Scheiben ist sowohl für 50 mm als auch für 30 mm Bohrungen geeignet. 

Eine stabile Klimmzugstange ist ebenfalls vorhanden und mehr kann man von einem Half Rack wirklich nicht erwarten. 

Fuel Fitness Half Cage HR400 

  • 272 kg Maximalbelastung
  • Klimmzuggriffe: max. 120 kg
  • 121x156x215cm
  • 69 kg Eigengewicht

Den gleichen Rahmen gibt es auch ohne Scheibenaufnahme, dafür aber mit fest verbauter Smith Machine, was die Sicherheit bei schwerem Training natürlich nochmal deutlich erhöhen kann.

Fuel Fitness HR500

  • 272 kg Maximalbelastung
  • Multipresse: max. 180 kg
  • 121x194x215cm
  • 103 kg Eigengewicht

Wer auf die Klimmzugstange verzichten kann und einfach nur sicher squatten und Bankdrücken will, der kann sich auch mal dieses Angebot von Body-Solid anschauen. 

Ja, es ist kein Half Rack, sondern streng genommen nur ein guter Kniebeugenständer. Er erfüllt den genannten Zweck aber auf jeden Fall und erfreut sich derzeit auf Amazon großer Beliebtheit.

BODY-SOLID GPR-370

  • 300 kg Maximalbelastung
  • 14 Ablagemöglichkeiten
  • 115 x 164 x 188 cm
  • 64 kg Eigengewicht

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